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Nebelwald
Zum ersten Mal stand ich im dichten Grün des westlichen Andennebelwaldes während eines zweitägigen Ausflugs mit meiner Gastfamilie. Meine Gastmutter wusste, dass es schon lange mein Traum war, während meines Austauschjahres einmal nach Mindo zu reisen, und überraschte mich in den Weihnachtsferien mit diesem Familienausflug. Bereits in diesen zwei Tagen konnte ich erste Fotospots kennenlernen, Kontakte knüpfen und den Nebelwald bei Nachtwanderungen, Vogelbeobachtungen und ausgedehnten Fototouren erleben. Danach war für mich klar: Ich musste zurückkehren.
Nur kurze Zeit später führte mich ein weiterer Ausflug in die nördlich gelegene Region Intag. Gemeinsam mit einem lokalen Guide erkundete ich den dortigen Nebelwald und lernte seine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt kennen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir ein Trogon-Paar, das wir im regnerischen Wald entdeckten, sowie ein schlafender Potoo (Klagetagschläfer), der hoch oben in den Baumkronen saß und nahezu perfekt mit seiner Umgebung verschmolz.
Im Juni wurde aus diesem Wunsch schließlich Realität. Nach vielen Monaten der Planung kehrte ich für einen Monat nach Mindo zurück – diesmal im Rahmen eines Volunteering-Projekts. Neben meiner Mitarbeit auf einer kleinen Forschungs- und Naturschutzstation mitten im Wald nutzte ich jede freie Minute, um die Region fotografisch zu erkunden. Dabei durfte ich verschiedene Projekte begleiten, unter anderem zum Schutz und zur Wiederaufforstung der endemischen Magnolia mindoensis. Gleichzeitig entstanden auf zahlreichen Wanderungen und Fototouren viele Aufnahmen der einzigartigen Flora und Fauna des Nebelwaldes.
Dieses Projekt ist mir besonders ans Herz gewachsen. Neben den faszinierenden Landschaften und der außergewöhnlichen Artenvielfalt waren es vor allem die Menschen vor Ort, die diese Zeit für mich unvergesslich gemacht haben. Ich hoffe, in Zukunft erneut nach Mindo zurückkehren und dieses Projekt mit einem noch stärkeren Schwerpunkt auf Natur- und Artenschutzfotografie fortsetzen zu können.
Die folgenden Bilder sind während dieser Aufenthalte entstanden und zeigen einen kleinen Einblick in die beeindruckende Vogelwelt des ecuadorianischen Nebelwaldes. Die Region rund um Mindo zählt mit über 400 nachgewiesenen Vogelarten zu den artenreichsten Birding-Gebieten der Welt und ist ein bekanntes Ziel für Naturbeobachter und Fotografen.