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Oman
Der Oman war für mich eine Reise voller Gegensätze. Innerhalb weniger Tage wechselten wir von trockenen Wüsten über schroffe Gebirge bis hinaus auf kleine Inseln vor der Küste. Die größte Herausforderung war dabei die Hitze. Gerade in den ersten Tagen kostete sie unglaublich viel Kraft und machte jede Wanderung anstrengender als erwartet. Gleichzeitig prägte genau diese Wärme meine Wahrnehmung des Landes. Ich begann bewusst mit warmen Farbtönen zu arbeiten, um nicht nur die Landschaften festzuhalten, sondern auch das Gefühl, das sie in mir auslösten. Hinter der sengenden Sonne verbarg sich eine überraschend vielfältige Tierwelt und eine Natur, die man oft erst entdeckt, wenn man bereit ist, sich auf die ungewohnten Bedingungen einzulassen.
Die Wüste
Eine Nacht verbrachten wir mitten in den Dünen – fernab jeder Straße und jeder Lichtquelle. Da es dort keine Straßen gab, durfte ich zum ersten Mal selbst einen Geländewagen durch die Wüste fahren. Während der Wind den feinen Sand unaufhörlich über die Dünen trieb und einem wie ein Sandstrahler ins Gesicht blies, zeigte sich die Landschaft von ihrer schönsten Seite. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die weichen Formen der Dünen und die endlose Weite unseres Lagerplatzes. Mein persönliches Highlight waren jedoch einige Wüstenraben, die am Abend immer wieder in den Aufwind an den Dünen eintauchten, sich scheinbar schwerelos tragen ließen und dieses Spiel unzählige Male wiederholten. Außerdem begegnete ich hier zum ersten Mal frei lebenden Kamelen – ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Die Küste
Einen völlig anderen Eindruck hinterließen die Daymaniyat-Inseln. Beim Schnorcheln begegneten wir Meeresschildkröten und einer beeindruckenden Vielfalt bunter Rifffische. Auch oberhalb der Wasseroberfläche boten sich zahlreiche fotografische Möglichkeiten mit Möwen und einzelnen Greifvögeln. Mein Lieblingsmotiv fand ich jedoch direkt an der Brandung: Ein kleiner Krebs lief immer wieder genau dorthin, wo die Wellen auf den Strand trafen, ließ sich von ihnen mitreißen und kehrte anschließend sofort an dieselbe Stelle zurück. Es wirkte fast so, als würde er mit den Wellen spielen – ein Verhalten, das ich stundenlang hätte beobachten können.
Ein magischer Abend
Eigentlich wollten wir nach einem langen Tag nur noch schlafen. Während wir das Abendessen zubereiteten, glaubten wir immer wieder, kleine Lichtreflexe auf dem Wasser zu sehen, schoben sie aber auf das Mondlicht. Erst als wir bereits im Dachzelt lagen und noch ein letztes Mal nach draußen blickten, bemerkten wir, dass das Meer tatsächlich leuchtete. Mit jeder Welle glimmten unzählige winzige Meeresorganismen in einem intensiven Türkis auf – mein erstes Erlebnis mit biolumineszentem Wasser. Das Schauspiel dauerte nur etwa eine halbe Stunde, war aber einer dieser Momente, die man so schnell nicht vergisst.
Das Gebirge
Kaum zu glauben, wie schnell sich die Bedingungen ändern können: Während tagsüber selbst hier noch große Hitze herrschte, wurden die Nächte im Gebirge überraschend kühl. Zwischen tiefen Schluchten und steilen Felswänden begegneten uns immer wieder Gänsegeier und Schmutzgeier. Oft mussten wir spontan anhalten, weil wir sie hoch über den Tälern kreisen sahen oder beobachten konnten, wie sie sich am Morgen langsam in der aufsteigenden Warmluft nach oben schraubten. Gerade diese unerwarteten Begegnungen machten jede Fahrt durch das Gebirge spannend.